Eibe oder Kirschlorbeer sehen lecker aus, sind aber hochgiftig — Eltern sollten sich gut informieren
Ein Kuchen aus Sand, dazu ein Salat aus Löwenzahn und leuchtend roten Beeren. Für Kinder ist der Garten im Frühling ein großer, aber nicht ungefährlicher Spielplatz. Hochgiftig sind Pflanzen, die so harmlos und appetitlich aussehen wie Johannisbeeren, aber in Wahrheit Eibe oder Kirschlorbeer heißen.
Schon drei zerkaute Samen oder Beeren dieser verbreiteten Sträucher und Heckenpflanzen können ernste Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Leichte Symptome zeigen sich schon nach ein oder zwei der vermeintlich leckeren Beeren: Der Mund wird trocken, die Lippen rot. Übelkeit, Schwindel und Kreislaufstörungen können hinzukommen. Noch gefährlicher sind Eisenhut und Fingerhut. „Gerade diese bunten Pflanzen sind aber für die Kleinen reizvoll“, sagt Klaus Afflerbach, Leiter des Forums Unfallprävention vom Deutschen Grünen Kreuz Marburg. Steckt das Kind beim Spielen im Garten oder auf dem Spielplatz die falsche Beere in den Mund, muss das aber nicht immer gleich lebensbedrohlich sein, betont Carola Seidel von der Informationszentrale gegen Vergiftungen. Weil Kinder häufig nur probieren, aber sich nicht satt essen, geht der Genuss meist glimpflich aus.
Anders sieht es aus, wenn man statt harmlosem Bärlauch die ähnlich aussehenden, aber giftigen Blätter der Herbstzeitlosen verzehrt: Von starker Übelkeit, über Durchfall bis hin zu Lähmungen und Herz-Kreislauf-Versagen können die Vergiftungserscheinungen reichen.
Es gilt also, sich genauestens zu informieren. Und: „Gefährliche Pflanzen wie Herbstzeitlose, Eiben oder Goldregen haben im Garten erst gar nichts zu suchen, wenn dort kleine Kinder spielen“, sagt Afflerbach.
Doch auch Zimmerblumen können gesundheitliche Schäden verursachen: Zum Beispiel die Kartonpapier-Palme Zamioculcas, die immer öfter verkauft wird. Die Tropenpflanze hat gummiartige dunkelgrüne Blätter und trägt selten Blüten. Wer sie isst oder in den Mund steckt, riskiert eine buchstäblich dicke Lippe. Auch die Zunge kann anschwellen. Ein weiteres Symptom ist Erbrechen.
J. KUCKELKORN
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